Digitale Fallakte in Darmstadt: von der Anfrage bis zur Zusage über 513.000 Euro
Bei mehreren hundert Darlehensgebern ist ein vollständiger Richtlinienvergleich von Hand nicht leistbar. Der maschinelle Kriterienabgleich reduzierte das Feld in Darmstadt auf wenige passende Häuser – entschieden hat über den Antrag die Bank.
Die Ausgangslage
Angefragt wurde die Finanzierung für ein Einfamilienhaus mit Modernisierungsbedarf in Darmstadt, Baujahr 2006, zum Kaufpreis von 590.000 Euro. Die antragstellende Person ist 46 Jahre alt, in einem Ingenieurbüro tätig und bezieht neben dem Grundgehalt Schicht- und Erschwerniszulagen sowie eine jährliche Erfolgsbeteiligung. Die Unterlagen lagen als Sammlung einzelner Dateien vor, teils als Foto, teils als Scan.
Die Herausforderung
Für die Auswahl der passenden Adressen hätte jede Kreditrichtlinie einzeln geprüft werden müssen: Beleihungsauslauf, Objektart, Einkommensart, Beschäftigungsdauer, Mindestdarlehen. Von Hand ist das bei mehreren hundert Darlehensgebern in vertretbarer Zeit nicht leistbar, weshalb in der Praxis häufig nach Gewohnheit angefragt wird. Offen war außerdem, ob der Haushalt mit 8.900 Euro monatlichem Nettoeinkommen nach allen Pauschalen noch einen ausreichenden Überschuss ausweist.
Unsere Lösung
Statt einzelne Häuser nach Gewohnheit anzufragen, wurden die Eckdaten des Falls – Beleihungsauslauf rund 87 Prozent, Objektart, Einkommensarten, Beschäftigungsdauer und ein Darlehensbetrag von 513.000 Euro – gegen die hinterlegten Annahmerichtlinien der angebundenen Darlehensgeber abgeglichen. Aus mehreren hundert Adressen blieben wenige Häuser übrig, deren Richtlinie diese Konstellation überhaupt zulässt. Die Vorauswahl wurde fachlich geprüft und auf drei Anfragen reduziert; die Kreditentscheidung trifft ausschließlich das jeweilige Institut. So entstanden keine weiteren Absagen, die in der Bonitätsauskunft sichtbar geworden wären. Alle Annahmen wurden schriftlich festgehalten, damit sie bei der Anschlussfinanzierung wieder aufgegriffen werden können.
Das Ergebnis
Zugesagt wurden 513.000 Euro mit einer Rate von rund 2.650 Euro. Die variablen Einkommensbestandteile wurden nur in der Höhe angesetzt, die sich belegen ließ – die Haushaltsrechnung trägt die Belastung auch ohne sie. Welche Häuser eine solche Konstellation annehmen, ändert sich mit den Kreditrichtlinien und ist jeweils neu zu prüfen. Am Ende stand eine individuelle Lösung statt einer Standardablehnung.
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